Ritalin®
Gewöhnlich wirken Medikamente wie Ritalin aufputschend, bei
Kindern mit Achs-Syndrom aber beruhigen und dämpfen sie den Bewegungsdrang.
Setzt man Ritalin ab, treten die Probleme sofort wieder auf. In der Kritik
stehen solche Arzneien aber nicht nur wegen ihres Drogencharakters, sondern weil
man noch kaum etwas über ihre Langzeitwirkung weiß. Zu den bekannten
Nebenwirkungen während der Einnahme gehören Appetitstörungen, Magenschmerzen,
Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen.
 
Der
Wirkmechanismus
Ritalin (Wirkstoff Methylphenidat) weist folgenden
Wirkmechanismus auf: Ritalin (Methylphenidat) hemmt die direkte Wiederaufnahme
des Dopamins an der präsynaptischen Membran. Dopamin bleibt also länger im
synaptischen Spalt wirksam. Dadurch werden die Gehirnzellen im Bereich des
Frontal- und Stammhirns angeregt, ihre Hemmfunktion zu erhöhen ( = Hirnbereiche,
die verhaltenssteuernd wirken).
Wirkung
Die Kinder werden durch eine Medikation mit Ritalin ruhiger und
aufmerksamer. Die Impulsivität normalisiert sich, die Leistungsfähigkeit des
Kurzeitgedächtnisses nimmt zu und es kommt zu einer deutlichen Verringerung des
hyperaktiven Verhaltens.
Wirkungsverlauf
Bei Ritalin setzt nach ca 20 Minuten die Wirkung ein. Die
Wirkdauer liegt bei 3 bis 4 Stunden. Nach Ende der Wirkdauer können
Rebound-Effekte auftreten. Es liegen einige empirische Hinweise vor, dass
Ritalin
Dosierung
Die Dosierung des Medikamentes Ritalin erfolgt meist in Relation
zum Körpergewicht (0,2 bis 0,6 Milligramm pro kg Körpergewicht / Tag). Gewöhnlich
wird die Tagesdosis auf zwei bis drei Einzeldosen verteilt. Bei Erwachsenen wird
zu Beginn gewöhnlich eine Einzeldosis von 10 mg verabreicht, bei Kindern ab 6
Jahren eine Einzeldosis von 5 mg. Die Medikation wird schrittweise erhöht, bis
die optimale Wirkung eintritt.
Nebenwirkungen
Zum Teil zeigen sich Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit,
Schlaflosigkeit und Magenbeschwerden. Eine Verringerung des Appetits tritt
relativ häufig auf, die sich nach einigen Monaten jedoch in vielen Fällen
verliert. Mögliche Abhilfe kann dadurch geschaffen werden, dass die
Hauptmahlzeit auf den Abend verlegt wird (wenn die Wirkung des Medikaments
nachlässt).
Zu Beginn der Behandlung zeigen sich auch häufig Einschlafstörungen. Diese
klingen im Verlauf der ersten Wochen jedoch ab. Sie sind durch die
Rebound-Effekte erklärbar.
Weiterhin zeigen sich anfangs Bauchschmerzen oder Erbrechen. Diesen können
dadurch gemildert werden, indem das Medikament kurz nach der Mahlzeit
eingenommen wird.
Eine Überdosierung kann zu Schwindel, Herzklopfen, erhöhtem
Blutdruck und Schlafproblemen führen. Eine sehr starke Überdosierung kann zu
Übererregtheit des zentralen Nervensystems, Krämpfen, Bluthochdruck,
Herzrhythmusstörungen führen.
Eine häufig in der Öffentlichkeit diskutierte Gefahr einer
Suchtentwicklung durch die Einnahme des Medikamentes Ritalin konnte empirisch
nicht belegt werden und wurde bisher auch in Einzelfallstudien nicht
beschrieben.
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