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| Concerta (Methylphenidat-OROS) ist ein lang (10-12 Stunden
wirkendes) Methylphenidatpräparat, das zur Behandlung des
Aufmerksamkeitsdefizit-Syndroms mit und ohne Hyperaktivität eingesetzt
wird.
Concerta entspricht im Effekt einer 3 mal täglichen Einnahme eines
kurz wirkenden Methylphenidats (z.B. Ritalin) und hat einen sofort
wirkenden Anteil (auf der Außenseite der Kapsel) und eine verzögert
über ein osomotisches Prinzip verzögert freigesetzten
Methylphenidat-Anteil. Die Kapsel selber wird unverdaut mit dem Stuhl
wieder ausgeschieden.
Die grobe Umrechnung von Methylphenidat (kurz) zum
Methylphenidat-Oros lautet in etwa :
3 mal 5 mg Methylphenidat (z.B. Ritalin) = 18 mg
3 mal 10 mg MPH = 36 mg
3 mal 15 mg = 54 mg
Die grobe Umrechnung ergibt einen etwa 1,3 Fach erhöhten
Methylphenidat bedarf unter Concerta.
Wichtig : Concerta wird einmal morgens eingenommen !Eine mehrmals
tägliche Einnahme bzw. zur Nacht wäre nicht sinnvoll.
Concerta ist in Kapseln zu 18 und 36 mg erhältlich (bzw. prinzipiell
auch in 54 mg bzw. 27 mg). Derzeit werden aber nur die 18 und 36 mg
Kapseln von den Kassen bezahlt, da andere Darreichungsformen importiert
werden müssen.
Die Nebenwirkungen von Concerta entsprechen der einer "normalen"
Methylphenidat- Therapie. Allerdings gibt es einige Patienten, die
subjektiv eine geringere Wirkung angeben bzw. mit dieser
Methylphenidattherapieform nicht gut zurecht kommen. Mögliche Gründe
dafür sind der relativ geringe Akutanteil (ca 22%), der für einige
Patienten nicht ausreichend ist, um eine schnelle Wirkung zu erzielen. |
Verbesserte Medikation der ADHS: Concerta®
Die Figur des Zappelphilipp aus
dem Struwwelpeter weist viele der Symptome auf, die
heute medizinisch als
»Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom«
(ADHS) zusammengefasst werden. Immerhin sind
zwischen 2 und 6% aller Kinder davon betroffen,
davon die Buben dreimal häufiger als die Mädchen.
Bleiben sie unbehandelt, ist ihre soziale,
emotionale und geistige Entwicklung eingeschränkt,
was sich beim Schulabschluss, bei der Partnerwahl
und im Beruf nachteilig auswirken kann. Zwillings-
und Adoptionsstudien bestärken inzwischen die
Vermutung, dass genetische Faktoren und nicht nur
jene aus dem Umfeld am Syndrom beteiligt sind.
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| »Amphetamin« |
»Methylphenidat« |
Behandlungsmöglichkeiten
Das noradrenerge System reguliert im Gehirn
Erregungszustand, selektive Aufmerksamkeit und
Orientierung, während das dopaminerge System
Belohnungsmechanismen und motorische Aktivitäten
steuert. Beide sind an der Entstehung von ADHS
beteiligt. Die heute angestrebte multimodale
Therapie umfasst verhaltenstherapeutische und
medikamentöse Maßnahmen, unter denen die
Psychostimulantien seit langem die größte Bedeutung
einnehmen. Diese »Weckamine« halfen im II. Weltkrieg
Kampffliegern durch ihre anregende und aufputschende
Wirkung, auch auf langen Einsätzen munter zu
bleiben. Vor diesem Hintergrund erstaunt, dass
»Amphetamine« bei ADHS- Kindern beruhigenden,
entspannenden und organisierenden Einfluss haben.
Diese Wirkungsumkehr bei ADHS- Personen kennt man
übrigens auch vom »Diazepam«, das sie nicht sediert,
sondern erregt und munter macht! Das Ausbleiben von
Amphetamin-Abhängigkeit beim Einsatz von
»Methylphenidat« gegen ADHS dürfte auf diese
paradoxe Wirkungen zurückzuführen sein.
Psychostimulantien
1954 brachte die damalige Ciba »Methylphenidat«
unter der Marke Ritalin® rezeptfrei als mildes
Psychotonikum bei erhöhter Ermüdbarkeit und in der
Rekonvaleszenz, auf den Markt. Wegen des
Abhängigkeitspotenzials wurde es später
international der Suchtgiftregelung unterworfen. In
den USA – aber nicht in Europa (wo die Diagnose
sorgfältiger gestellt wird) – etablierte sich
Ritalin® ab den 60er Jahren als Basismedikation bei
verhaltensgestörten Kindern. Wegen der Notwendigkeit
einer 2- bis 3-maligen Gabe pro Tag entwickelte man
später in den USA Retardpräparate, die sich aber
wegen zeitlicher Wirklücken und Toleranzphänomene
nicht durchsetzen konnten. Eine galenische
Innovation vermeidet dieses Manko und ist in
Österreich seit 1. August 2003 lieferbar.
»Methylphenidat«
(Concerta® retard-Tabletten)
Von Concerta® sind zwei Stärken zu 18 mg und 36 mg
zugelassen, die in einer Monatspackung zu 30 Stück (AVP
inkl. Mwst.) 99,– bzw. 121,45 Euro kosten. Es bleibt
abzuwarten, ob die chefärztliche Genehmigung die
Eltern kostenmäßig entlasten wird.
Chemie und Wirkweise
Die Gruppe der 1-Phenyl-2-amino-propane nimmt
vom »Amphetamin« ihren Ausgang. Ein Vertreter ist
das racemische D,L-»Methylphenidat«, von dem die
D-Form wirksamer ist.
Durch präsynaptische Wiederaufnahmehemmung von
Noradrenalin und Dopamin erhöht »Methylphenidat«
deren Konzentration im synaptischen Spalt, ein
wirkungsrelevanter Vorgang dieses zentralen
Psychostimulans.
Pharmakokinetik und Dosierung
»Methylphenidat« wird rasch resorbiert und ist
wegen seines ausgeprägten »First-pass«-Metabolismus
nur zu 30% bioverfügbar. Die Halbwertszeit beträgt
unretardiert magere 2 Stunden. Um trotzdem eine 12
Stunden anhaltende Wirkung zu erzielen, wurde die
OROS Technologie der Fa. Alza benutzt (siehe Abb.
1). Der Tablettenmantel löst sich in 1 bis 2 Std.
und setzt 22% der Gesamtdosis frei. Die restlichen
78% werden osmotisch kontrolliert über 10 Stunden
durch eine gelaserte Öffnung sukzessive abgegeben.
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Quelle: http://www.oeaz.at |
Methylphenidat®
Großes Interesse galt in Wien dem Thema Sicherheit und Verträglichkeit von ADHS- Medikamenten. Besonders bei neuen Arzneimitteln gibt es
naturgemäß anfangs noch nicht so breite Kenntnisse über deren Sicherheit. Oft ergeben sich solche Erkenntnisse erst nach der
Markteinführung und häufigen Anwendung. Im Zusammenhang mit Methylphenidat hingegen können Nachfragen besorgter Eltern mit
Gewissheit beantwortet werden, hieß es in Wien. "Wir blicken bei Methylphenidat auf über 50 Jahre Erfahrung zurück. Das Medikament gehört
heute zu den besterforschten Arzneimitteln bei Kindern überhaupt", betonte Buitelaar. Auch unter aktuellen Gesichtspunkten sei die Sicherheit
und Wirksamkeit herausragend, so der Tenor unter den teilnehmenden ADHS- Spezialisten. Eine Einschätzung, die durch die deutschen
Behandlungsleitlinien bestätigt wird: sie empfehlen das Medikament als Mittel der ersten Wahl.
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